
Grundlage für folgende Gedanken ist die Situation, dass rund um unsere Städte immer mehr Einkaufszentren entstehen und dadurch die Kaufkraft enorm geschwächt wird. Auch in Hallein ist dies sehr deutlich spürbar.
Stellen wir uns die grundlegenden Fragen, ohne Schuldige für diese Misere zu suchen:
"Warum gehen Menschen lieber in Einkaufszentren?"
"Was können wir unternehmen,
damit sie wieder lieber zu uns in die Stadt kommen?"
Charakterisieren wir den Aufbau eines Einkaufszentrums, so finden wir nicht nur alles vor was den Grundbedürfnissen des Konsumenten entspricht sondern wir entdecken, dass die natürliche Situation in der Stadt auf kleinstem Raum primitiv nachempfunden wird. Es gibt Versorger aus beinah allen Branchen und auch für kulinarische Genüsse ist vorgesorgt. Die Bewerbung nach außen erfolgt durch ein
"gemeinsames Werbekonzept".
Der Vorteil
für den Kunden des Einkaufszentrums liegt klar auf der Hand. Er hat ein überdurchschnittlich großes Angebot, welches er in kürzester Zeit überschauen kann. Er kommt trockenen Fußes, meistens ohne für den Parkplatz zahlen zu müssen, zu den Geschäften. Die Geschäftszeiten entsprechen in jeder Hinsicht den Bedürfnissen der Kunden.Der Nachteil
ist aber ebenfalls sehr deutlich erkennbar. Für die meisten Menschen wird die Enge in den Einkaufszentren schon nach relativ kurzer Zeit zu einer psychischen Belastung. Bei Umfragen wurde festgestellt, dass der Konsument viel lieber in der Stadt bummeln würde, als sich im Gedränge der Einkaufszentren unnötigem Streß auszusetzen. Was ihn davon abhält, ist seine Bequemlichkeit, das großartige Warenangebot im Einkaufszentrum und das Preis- Leistungsverhältnis.Stellen wir nun Vorteil und Nachteil des Einkaufszentrums einander gegenüber, so gibt es kein namhaftes und nicht zu bewältigendes Problem für die Stadt. Ich werde mit einem Beispiel Vergleich ziehen, dass für uns alle überschaubar ist und nahe liegt.
Der Europark in Salzburg liegt samt seiner Parkplätze auf einer Grundfläche von ca. 250.000 m². Er ist also mit seiner Größe dem Zentrum der Stadt Hallein sicher sehr gut vergleichbar.
Im Europark finden wir heute ca. 100 Standorte von Handel und Gastronomie.
|
LOKALE |
ETAGE I |
ETAGE II |
|
Geschäfte |
35 |
40 |
|
Gastr. |
15 |
10 |
|
Leere Lokale |
0 |
0 |
Es gibt 3.300 Parkplätze in Tiefgarage, Parkdeck und Freigelände zur freien Benützung.
Die Öffnungszeiten kommen den Bedürfnissen der Konsumenten sehr entgegen. Das Angebot ist sehr gut sortiert.
Es gibt ein gemeinsames Werbekonzept, daß den Kunden gut anspricht. 7,5 Mio. Besucher im Jahr bestätigen dies.
Nehmen wir nur die Stadt Salzburg und den Flachgau als Einzugsgebiet, so kann der Europark ca. 280.000 Kunden ansprechen.
Die Stadt Hallein: Wir stehen auf der Pernerinsel, alle Geschäfte und Lokalitäten der Stadt befinden sich in einem Umkreis von ca. 280 m, das ergibt ebenfalls eine Grundfläche von ca. 250.000 m².
In Hallein finden wir heute ca. 230 Standorte von Handel und Gastronomie.
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LOKALE |
ALTSTADT |
NEUSTADT |
|
Geschäfte |
11o |
50 |
|
Gastr. |
30 |
15 |
|
Leere Lokale |
25 |
0 |
Es gibt in der ganzen Stadt 1.900 öffentliche, davon 1.200 vergebührte Parkplätze.
Die Öffnungszeiten sind absolut nicht auf die Bedürfnisse der Konsumenten abgestimmt. Das Angebot ist lückenhaft.
Es gibt kein gemeinsames Werbekonzept, was sicher auch mit beiträgt, dass nicht so viele Kunden auf das Warenangebot reagieren.
Nehmen wir unsere gesamte Region als Einzugsgebiet, so können wir ca. 100.000 Kunden ansprechen.
Der Vorteil der Stadt soll uns zeigen, wo wir anknüpfen können, um die Situation zu ändern.
Es gibt keine gravierenden Nachteile für die Stadt!!!
Es ist sinnlos und wird sicher zu keiner zufriedenstellenden Lösung kommen, wenn sich Grüppchen aus einzelnen Sparten zusammentun und lediglich für sich Selbst eine Lösung suchen. Man kann auch keine Verbesserung herbeiführen, wenn ständig nur nach nicht vorhandenen Schuldigen gesucht wird.
Folgende Lösungsvorschläge sollen als Diskussionsgrundlage dienen, damit miteinander die Situation verbessert werden kann. Es ist unbedingt notwendig, dass sich alle tatsächlich Betroffenen zusammensetzen und ein gemeinsames Konzept erarbeiten, nicht nur einige Wenige die sich dazu auserwählt fühlen, denen es aber leider an Fachkompetenz fehlt.
LÖSUNGSVORSCHLÄGE
:
A) Installation eines Shuttledienstes zu den Parkplätzen:
- Bummelzug
- Citybus
- Citytaxi
B) Installation eines "Dienstmannes" (Serviceleistung)
Erarbeitung von Konzepten, die mindestens zwei Wochen vor und zwei Wochen nach einer Veranstaltung, die Leute zum Einkauf in die Geschäfte bringen.
Dem Menschen verständlich machen, welche Vorteile das Naheverhältnis Stadt bietet (Zeitersparnis). Die Stadt für den Bewohner und den Besucher wieder attraktiver machen.
Der wichtigste Umstand, dem leider immer noch viel zu wenig Bedeutung beigemessen wird ist:
Das Konsumverhalten der Menschen hat sich geändert.
Wir geben heute das Vielfache zum Leben und für Luxus aus, als noch vor 10 Jahren. Die Mode ist kurzlebiger, der Mensch geht immer noch mehr, gesteuert durch die Industrie, in Richtung Wegwerfgesellschaft. Man vergönnt sich einfach Mehr.
Die Handelsspannen verringern sich, was zählt ist die Masse. Die Macher von Einkaufszentren haben erkannt, dass man mit dem günstigen Preis und der gebotenen Attraktion den Konsumenten lockt und befriedigt.
Viele eingesessene Kaufleute täten gut daran, sich auf die wesentlichen Bedürfnisse und Wünsche der Konsumenten zu konzentrieren, damit sie auch in Zukunft bestehen können. Der Konsument wird sich mit Sicherheit nicht wenigen Sturköpfen anpassen, die nicht umdenken wollen, weil es die letzten 20 Jahre auch gegangen ist.
Die monatlichen Unkosten für einen Gewerbebetrieb in einem Einkaufszentrum sind um bis zu zwölf Mal höher, als in der Stadt. Der Druck der Konkurrenz ist wesentlich größer.
Der Gewerbetreibende in der Stadt müßte, unter der Voraussetzung von koordinierten Maßnahmen, für ein befriedigendes Resultat seine Ausgaben maximal verdoppeln.
Mit dem Zuhängen von Auslagen und Protesten gegen geplante Einkaufszentren wird lediglich der Eindruck der Resignation erweckt. Ich bin sogar überzeugt davon, dass ein Zusammenwirken von gezielten Aktionen und einem Einkaufszentrum vor den Toren der Stadt Hallein viele Konsumenten aus unserer Region davon abhalten wird in die nahegelegenen Zentren der Stadt Salzburg zu fahren.
Zur Bestätigung kann jeder täglich in besagte Zentren fahren
und an den Nummernschildern der auf den Parkplätzen abgestellten Fahrzeuge
feststellen, dass jedes 5. Fahrzeug aus unserer Region stammt.
Otto Martin Lüftenegger
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